Liv - alte Version

Meditationen

Das Buch Liv - Hauptteil

Bevor man es lernen kann etwas zu tun,

muss man erst einmal gelernt haben nichts zu tun,

um ganz frei von anderem zu sein.




Wer sich an nichts halten würde, der kann einem alles versprechen.




Es wäre der Geist eines Menschen, welcher ihm seine Kraft verleiht, um in diesem Leben zu bestehen.

Zudem wird ihm durch diesen Geist eine Fülle von schönen Dingen offenbar, welche sein Leben reichhaltig ausstatten.




Der Mensch soll seinem Geist mit Respekt begegnen und ihm für alle erhaltenen Segnungen danken.




Wer sich nicht bewahren würde, was er hat, der hat bald gar keine Chance mehr, um zu bestehen.




Das Scheitern im Schmerz und das Glück beim Erfolg, beide kommen durch eine Formung unserer eigenen Dinge zustande.




Wer keine Burg hat, in welcher er wohnen kann, der wird bald schon auf Wanderschaft gehen.




Wer sich selbst nicht mäßigen würde, der könnte auch nicht von anderen erwarten, dass sie Maß im Umgang mit ihm halten werden.




Die Bereitschaft dazu, eine eigentliche Pflicht zu erfüllen, begründet manche der Chancen dieses Daseins.




Erwachsene möchten noch so erwachsen wirken, selten sind ihre Gedanken so klar wie jene der Kinder gewesen.




Amüsements machen schnell überdrüssig. Das Kostbare ist schlichter Art.




Das Wasser, die Luft, das Brot und der Wein sollen ausreichen, um Brüder zu Brüdern zu machen.




Wer etwas arbeiten möchte, der braucht dazu ein Material, die nötigen Werkzeuge und einen Ort, an dem er seine Arbeit verrichten kann. Ein Mensch, welcher über diese drei Dinge verfügen würde, kann etwas arbeiten.




Je mehr ein Mensch darüber nachgedacht hat, wie es ihm im Leben ergeht, desto dunkler wird wahrscheinlich sein Gemüt. Schließlich werden sogar einmal dessen Sinne rebellieren.




Eine kleine Kunst im Leben wäre es, die Dinge, welche gegen einen selbst gerichtet sind, auf die eigene Seite zu ziehen. Eine große Kunst wäre es, diese auch wirklich dort zu halten.




Schwer wird man es im Kampf haben, wenn man seine Kräfte nicht kennen würde.




Die Kräfte, über welche man verfügt, werden durch die Umstände des eigenen Daseins konstituiert.




Ein Krieger würde es nicht leicht mit seinem Schwert haben.

Er hat es nicht nur zu beherrschen, sondern auch zurückzuhalten und zu verbergen.

Würde er es nicht sachgemäß einzusetzen wissen, ist er bald selbst die größte Gefahr.




Das Buch Liv ist mein Versuch,

um meine Gedanken in eine für diese ausreichende Form zu bringen.

Meine eigentliche Reife werde ich in diesem Dasein erst noch zu erreichen haben,

ehe ich diese Texte einmal gut zu überarbeiten vermag.




Dank unseres Empfindens erwachsen uns zeitlebens eigentliche Gedanken.

Mit unserer Phantasie ordnen wir diese unseren Gefühlen zu.

So schließt sich mancher Kreis bei uns bald.




Gefühle sollen einen reich machen, Gefühle können einen aber auch hilflos machen.

Manche kommen wegen diesen ins Taumeln, andere wirken wie Könige durch sie.

Ungleich ist das Glück der Welt unter den Menschen verteilt.




Sich an die vergangenen Gedanken zu erinnern ist eine schwierige Aufgabe, welche man nicht immer zu leisten vermag. Doch jener, welcher sich an seinen Gedanken zu erinnern vermag, verfügt über manchen Schatz.




So gut man sich selbst auch schon kennt, man ist sich trotzdem noch kein Vertrauter. Möchte man auch manche Kraft aus seinen Dingen schöpfen, so braucht man doch einen Zweiten, welcher einem die Augen öffnet und die Wahrheit ausspricht.




Man sollte das eigene Gut anderen Leuten nicht ohne Grund anvertrauen. Man sollte es auch nicht ohne Grund vor diesen verbergen.

Gute Menschen haben keine bösen Geheimnisse.




Es kommt für jeden irgendwann ein Tag, zu welchem man ihm das nutzlose Zeug abkauft, was er nicht mehr haben möchte.

Und es kommt auch für jeden ein Tag, zu welchem er seinen ach so wertvollen Schatz auf den Müll wirft, weil er eigentlich zu nichts zu gebrauchen ist.




Wie kann von einem erwartet werden,

dass man seinen Weg findet,

wenn man allein nur gezeigt bekommt,

wie wenig man zu einer Sache tauglich ist?

Wer kann von einem Menschen noch etwas erwarten,

wenn dieser nicht mehr an sich geglaubt hat?




Es bringt wahrscheinlich mehr ein, jene im Leben auftretenden Dinge für sich selbst zu nutzen, als sich über andere zu erheben und ihnen ein Lehrer zu sein.




Wer eine Entscheidung trifft, der sei auch wirklich gewillt dazu.




Wer allein nur sein Ziel vor Augen hat, aber das rechte Maß nicht beachten würde, der wird viel Schaden anrichten.




Manche Dinge soll man sich klarmachen. Wenn man bereits im Leben gescheitert ist, dann soll in eine Klausur mit sich gehen.




Wer die Gerechtigkeit liebt, der soll auch ihr Gegenteil aufheben.




Wer sich nicht mit dem beschäftigen würde, was er für sich selbst erhalten hat, der wird einmal eigentliche Luftschlösser errichten.




Immer dann, wenn es im Leben um etwas geht, sei man dazu verpflichtet.




Die Sprache von uns Menschen ist eigentlich noch immer voll von Geheimnissen. Man würde sie nicht ergründen können, ohne das zu erahnen.




Der Weg eines Meisters hat viele Stufen und jede dieser Stufen bedarf vieler Schritte.




Wer sich seine Eigenschaften zeitlebens bewahrt, der wird diese auch einmal ergründen.




Ein wenig Wein, ein wenig Wahrheit, das reicht zuweilen schon aus, um Gut von Böse zu scheiden.




Ein Glaube, welcher im Leben keinen Platz mehr findet, ist eigentlich ein Zierwerk.




Etwas Gutes würde nicht immerzu sogleich als das zu erkennen sein.




Warum von sich selbst sprechen?




Es kommt manchmal auch darauf an, wem man hilft. Alle guten Dinge sind begrenzt.




Undankbar ist der Mensch mitunter gegenüber dem eigenen Richter. Seinen Henker wird aber auch keiner lieben.




Erst im Nachhinein sollen wir die eigenen Dinge klären.




Würde ein Mensch auch nicht vollkommen in seinen Dingen sein, so würde er dennoch nicht verdorben sein.




Ein Mensch, welcher nichts von der Wahrheit wissen würde, könnte nicht klug genannt werden.




Wem Worte nichts ausgemacht haben, der ist kaltherzig.




Was auch immer gut für uns Menschen ist, es wird etwas Notwendiges sein.




Dem Getreuen offenbart sich das Wesen eines Menschen von sich aus.




Nichts würde bedauerlicher für uns sein, als eine Unkenntnis der eigentlichen Stärke.




Es gibt viele Dinge, welche mit diesem Menschendasein zu tun haben. Wer sich mit ihnen befasst, der kann etwas dazu gewinnen.




Das Universum ist ein Kosmos vieler Menschen.




Was auch immer da ist, es ist bereits wirksam. Aber es bleibt oftmals unverstanden und verwirrt die Menschen.




Auch ein falscher Weg kann eigentlich wieder auf den richtigen zurückführen.




Autor: Mathias Schneider, Offenburg, Deutschland, *1975

Meditationen

Das Buch Liv - Ergänzungen

Eine einzige Grundhaltung möchte ich im Leben im Mindesten richtig beherrschen. Alles Weitere will ich aus dieser heraus für mich entwickeln. Meine Hoffnung ist dabei, dass meine Dinge sich dann endlich zu einem konsistenten Ganzen fügen lassen.




Die Dinge wahrzunehmen, das heißt sie durch einen Schleier zu erkennen.

Das Leben anzunehmen, das heißt es so zu belassen, wie es bereits ist.

Die Arbeit aufzunehmen, das heißt mich etwas zu tun, was ich eh tun möchte.

Die Aufgabe zu meistern, das würde bedeuten, nicht zu viel und nicht zu wenig von allem zu tun.

Sich am Leben zu erbauen, das heißt bedingt sein und seinen Weg auf ordentliche Weise zu begehen.




Der Mensch ist ein Teil dieser Welt geblieben. Er ist so, wie er es wirklich sein kann, schon lange ein Teil dieser Welt. Ich glaube darum, dass der Mensch bereits vollständig ausentwickelt ist. Man braucht keinen Zweifel daran zu haben. So wie alles eh gegeben ist und seinen Grund auch sicherlich hat, so wird auch alles, was da uns vorgegeben ist, bereits eine gewisse Berechtigung dazu erhalten haben, um vorzukommen. Die Aufgabe des Menschen ist es darum, das anzuerkennen, was ihm gerecht wird. Er soll mit seiner eigentlichen Vernunft das erkennen, warum all diese Dinge für ihn gut sind.




Ein Glück ist das, wenn man es im Nachhinein bemerkt hat, dass man doch einmal etwas zurecht getan hat. Nicht immer würde man aber solch ein großes Glück für sich zu eigen haben. Der Erfolg im Leben ist eigentlich kaum planbar gewesen. Alles Rationale versagt ab einer natürlich vorkommenden) Komplexität der Dinge bereits.




Wer sich daran gewöhnt hat, seine eigentlichen Dinge für den Augenblick wenigstens richtig zu machen, der kann sich so wenigstens ein Bisschen etwas vom Funken der Hoffnung bewahren.




Einzelne Gedanken, wie ein Kartenspiel so facettenreich, vielgestaltig kommen zuweilen bei uns vor. Klar voneinander getrennt sind die verschiedenen Eindrücke dabei bei uns. Sie eröffnen verschiedenen Ebenen des Denkens und Empfindens die Tore zu deren Sinnhaftigkeit. Das macht uns jenen Reichtum des Geistes wahrscheinlich einmal verständlich. So werden wir diesen auch selbst erkennen. Alles fügt sich schließlich zu einem Ganzen im Gesamten. Es wird zuordenbar und kann dabei uns selbst auch deutlich vorkommen, ja klar und vernehmbar für uns sein.




Beim Schreiben meiner Texte wandert mein Geist durch die abstrakten Welten, welche meine Schriften mir da offenbart haben. Die Worte sind dabei für mich wie Naturerscheinungen. Ich erkenne jedes davon als ein Phänomen der Wirklichkeit an. Diese sind zuweilen schon so eindrucksvoll wie ein Sonnenuntergang oder wie ein Bergmassiv für mich gewesen. So habe ich diese aufgefasst. Das ist für mich ein eigentlicher Zugang zu einer inneren Welt von mir geworden.




Der eigene Geist des Menschen soll von diesem bewahrt und gefördert werden. Das soll den Menschen stabilisieren. Man möchte sich zuweilen gestärkt wissen und bekennt sich darum zu sich selbst.




Wenn die Umstände dieses Daseins derartig gut für uns geworden sind, dass am eigenen Geist die eigentlichen Kräfte davon erfahren werden, dann soll das doch etwas Gutes sein. Wessen Dinge ein hohes Maß an Ordnung aufweisen, der vermag diese vielleicht auch einmal zu besitzen. Dabei werden diese ihm wahrscheinlich bewusst. Er kann sie für sich so einrichten, wie er das braucht, kann und haben möchte,




Wer auf jene Dinge dieses Kosmos so achtet, wie es diese geben wird, der soll auch einer sein, welcher diese als Besitz gewinnt.




Das Wirkliche bedingt den Menschen stets in einem hohen Maße. Er wird etwas schlauer daraus, wenn er sich dazu selbst entscheidet, was ihm vorgegeben ist und was nicht.




Ein Mensch soll in seinem Leben etwas zu tun vermögen. Dazu soll er es einmal kennenlernen, was ihm in diesem Dasein etwas wert ist. Da wird er dann gewiss auch abwägen, wofür es sich zu streiten gelohnt hat.




Schön ist zuweilen auch eine Klanglosigkeit des Raumes gewesen. Der Stille Anschein ist nicht ohne Bedeutung. Diese umschließt nichts, trägt aber alles weit hinfort.




Ein großartiges Stück Land zu bewirtschaften, das würde einen Menschen noch lange nicht zu einem guten Bauern machen. Mancher hat nichts zu eigen, was dazu benötigt wird, und muss sich darum bei anderen verdingen.




Keiner kann mit einem krummen Buckel das Gleiche leisten, wie demselben das mit einem geraden Rücken möglich sein würde.




Es würde nicht auf Dauer gut gehen, wenn der Mensch für sich immer das behalten möchte, was eigentlich alle gerne haben.




Der Umstand, dass der Mensch in Wahrheit zu so vielem fähig ist, wie das wahr genannt werden muss, steht in einem krassen Widerspruch zu dem, was die Menschheit bisher auf der Welt an Schaden angerichtet hat.




Wenn man es versuchen möchte, selbst wie ein Kind zu sein, dann hat man vor allen anderen Dingen gänzlich klare Ausdrucksweisen bei der Bestimmung seiner eigenen Sache zu verwenden.




Die Kräfte eines Menschen sollen sich vor allen anderen Dingen dazu eignen, etwas in Schwung zu halten, auf dass es bestehen kann. Aber um die Dinge dauerhaft so zu konstituieren, dass diese erhalten werden, bedarf es einer eigentlichen Virtualität bei uns.




Auch bei uns gibt es Leid und Unrecht.

Auch bei uns gibt es Liebe und Sorge.

Auch bei uns gibt es Dummheit und Schwierigkeit.

Auch bei uns gibt es Probleme und Arbeit.

Auch bei uns gibt es Recht und Ordnung.

Auch bei uns gibt es Zusammenhalt und Füreinander da sein.

Auch bei uns gibt es ein Kälter und ein Wärmer.

Auch bei uns würde es nicht immer schönes Wetter sein.

Und auch wir haben Sorgen und Ängste aufbehalten.

Auch wir könnten nicht für alles stets sogleich eine geeignete Lösung finden.




Man soll keinem zweiten Menschen auch nur in irgendeinem Punkt gehorchen, wenn dieser zu Unrecht etwas von uns gefordert hat.




Ein Mensch hat von anderen Menschen allein nur das einzufordern, was für alle schon einmal gut gewesen ist.




Eine soziale und gerechte Gesellschaft soll auf zwei Dingen aufbauen. Einmal ist da auf einen gerechten Umgang mit den gegebenen Gütern zu pochen. Zum anderen erziehe man seine Mitgenossen zu einer Bereitschaft, selbst etwas zum Ganzen beizutragen, was man erhalten wissen möchte.




Nichts einfach so zu verwerfen, das wird einmal ein Weg zu einer bestimmten Form sein, welche es in Wahrheit auch wirklich gibt. Diese soll dem Menschen jenen unverkürzten Weg aufzeigen, welcher auch mich zusehends stärker bedingt hat.




Der unverkürzte Weg offenbart das wahre Wesen der Dinge. Zu jedem Augenblick des Lebens soll es uns möglich sein, etwas davon zu ersehen.




Wann auch immer es Tag bei uns ist, am Tag soll man auf sein und etwas arbeiten.

Des Nachts aber heilen die Dinge. Mond, Sonne und Sterne spenden uns da manchen Schatten, aber auch manches Licht.




Alles das, was der Mensch bereitwillig wahrnehmen kann, ist ein möglicher Teil seines Herzens geblieben.




In jemandes Bild hinein zu malen, das ist keine feine Art.




Die Worte würden ihre wahre Bedeutung nicht allein nur durch unser Bedenken des Gegebenen erhalten. Manches ist auch so, wie es das Wort von sich aus auszudrücken weiß, gegeben. Es wird da gewiss noch lange in der Art bestehen, wie es von sich aus vorgekommen ist.




Man kann mit seinem Geist in die Tiefe oder in die Weite der darzustellenden Dinge begeben. Man kann allerdings auch etwas aussparen und sich vergessen.




Den Willen eines anderen können wir annehmen,

ablehnen, ihn verstehen oder überhören.




Niemand wird jemanden anderen bestrafen können, ohne sich selbst keine erneute Schuld aufzulasten.




So wie man zum Gehen kein zusätzliches Geländer braucht, so braucht man zum Malen oder Zeichnen einer Sache auch keine weitergehende Vorstellung.




Richte es bei Dir gut ein, was Du als Dein eigentliches Lebensglück bezeichnest.




Manch einer verbietet seinen Kindern genau das, was er einst selbst einmal gerne getan hat.




Mit vielem an Geld, Besitz und Gütern auszukommen, was soll das schon für eine Kunstfertigkeit sein?




Wer sich auf die kommenden Ereignisse vorzubereiten versuchen möchte, der regelt deren Erscheinen bereits heute.




Es geht im Leben nur mit den Menschen gut voran, Wer gegen diese gewesen ist, bei dem würde es irgendwann nicht mehr so richtig weitergehen. Eine Entwicklung kommt dadurch dann vielleicht bei ihm ins Stocken.




Eine Passung ist die versuchte Vervollkommnung einer Maßhaltigkeit, aber auch jene einer Form und deren Lage.




Ein Meister der Dinge kann eigentlich allein nur so jemand sein, welcher diese für die Seinigen und sich zu erhalten gewillt ist.




Geschriebene Worte werden irgendwann auch zu gelesenen Worten. Gelesene Worte werden irgendwann auch zu vorgelesenen Worten. Einmal passen diese so gut, dass man sie erneut ausspricht oder es wiederum bei sich durchdenkt, was diese bedeuten.




Die vorgegebene Konstellation dieses Kosmos bedingt die Dinge von uns bereits. Ob etwas davon für uns nah oder fern ist, das bestimmt zuweilen über unser Schicksal.




Was auch immer da ist, es ist alles, was man haben kann.




Das Falsche ist stets beliebig geblieben.




Man kann allein nur das Erlernen, was auch zuvor schon als Anlage fest bei einem selbst vorhanden gewesen ist. Der Lebensweg hat seine Stufen.




Jeder hat ein eigentliches Anrecht an seinen Dingen.




Egal, ob man es nun wahrnehmen würde oder nicht, die Dinge wirken auf uns ein.




Man würde nicht immer etwas tun können. Manchmal wird man auch etwas sein lassen müssen, um seinen Weg zu erhalten.




Halte an den Menschen fest. Glaube an ihr Heil und ihre Liebe. Schließe die Augen und empfinde.




Ohne dass man etwas für sich zu eigen hat, über das man nachdenken kann, ist man zuweilen lose und leer. Wie soll man sich dann aber auf etwas ausrichten?




Frauen sind schwach oder stark gegenüber Männern.

Männer sind stark oder schwach gegenüber Frauen.




Etwas Glück haben, das kann eigentlich jeder einmal. Aber das Glück zu bewirken, das ist eine richtig feine Sache geblieben.




Die Leute klagen über so vieles. Allein nur nicht über ihre eigene Unfähigkeit und Unvernunft würden sie dies tun.




Die Weisheit ist oftmals fremder Besitz gewesen. Eine Wahrheit jedoch wird jedermanns Gut sein.




Eine Wahrheit kann wie ein Segen so gut sein. Wer sie zum rechten Moment erfährt, der sieht bald wieder etwas Land für sich.




Beim Fernsehschauen haben die Leute es wahrscheinlich gelernt, sich an allem so sehr zu langweilen, wie das heutzutage der Fall ist.




Ähren sind voll von Korn.

Gräser sind voll von Ähren.

Wiesen sind voll von Gräsern.

Die Erde ist voller Wiesen.

Die Welt ist voller Erden.

Die Ursache ist voller Welten.

Der Grund ist voller Ursachen.

Und Du erkennst das.




Die Unlust gehört zum Leben,

wie die leere Flasche

zum Weingut.




Wo auch immer das Glück gewohnt hat, lasse es dort wohnen. Verlange nicht, dass es zu Dir umzieht.




Schönheit möchte empfunden werden.




Das Vergessen ist eine Kraft,

welche uns Raum für Neues schafft.

Man kann so wunderbar nachdenken

mit einem klaren Geist.




Das Gute kommt von selbst herbei,

wenn wir ihm etwas an Raum gewährt haben.

Das Gute bewirkt Gutes von sich aus,

wenn wir ihm die Möglichkeit dazu lassen.

Das Leben gedeiht von sich aus,

wenn wir das annehmen.

Die Welten sollen dann erblühen,

wenn wir sie nicht dabei stören würden.




Das Leben sei ohne eine Magie wie die Butter ohne das Brot, ohne eine Mystik sogar ohne den Geschmack davon.




Worte,

gesprochene Worte,

welche im Inneren des eigenen Wesens

zusätzlich zu ihrer gewöhnlichen Bedeutung

einen weiteren Sinn, eine weitere Aussage, eröffnen

und so einen tieferen Sinn an sich geborgen halten.

Solche Worte bedeuten mir etwas.




Wer irrt, der irrt sich mächtig. Ein Bisschen irren würde man sich leider nicht.




Einfach würde es nicht sein, in einer einfachen Weise zu leben. Die Einfachheit ist schon immer eine Sache gewesen, welche manchen großen Aufwand erforderlich macht.




Kümmere Dich um den Lauf der Dinge.

Kümmere Dich um die Dinge.

Kümmere Dich um Dich.

Sorge dafür, dass Du Dich kümmerst.




Eindeutig soll man sich ausdrücken, wenn man von jemandem anderen verstanden werden möchte. Einfach hat man mit seinem Gegenüber umzugehen, wenn man von diesem erhört werden will.




Nicht allein nur dabei sein ist gut, auch dabei zu bleiben ist zuweilen von Wert.




Shiva


Gott ist ein Tänzer.

Wie Gott zu sein,

heißt wie er zu sein,

heißt ein Tänzer zu sein.


Gott ist ein Liebhaber.

Wie Gott zu sein,

heißt wie er zu sein,

heißt ein Liebhaber zu sein.


Gott ist ein Trinker.

Wie Gott zu sein,

heißt wie er zu sein,

heißt gesellig zu sein.




Wenn Du etwas Treffliches denken möchtest, dann bedenke dabei auch das Wesen ihrer Darstellung.




Was ein jeder brauchen wird, das brauchst auch Du: Ruhe, Stille, Enthaltung. Zu Dir selbst sollst Du eigentlich auf Deinem Weg finden.




Das Schreiben ist zuweilen wertvoller als ein Buch.

Das Malen ist zuweilen wertvoller als ein Bild.

Das Singen ist zuweilen wertvoller als ein Lied.

Das Leben ist zuweilen bedeutsamer als ein Kinofilm.

Das Dasein ist so viel reichhaltiger als das Konto.




Ein besseres Leben


Morgens wach werden

und in Ruhe frühstücken.

Zu Kräften kommen,

sich etwas zu sagen haben.

Zeit füreinander haben.

Füreinander da sein

und in diesem Sinne

leben.

Sich gegenseitig Halt geben.

Sich gegenseitig Kraft geben.

Sich guttun.

Sich stärken.

Ein Leben führen,

das Dir etwas bedeutet.

Ein Leben haben,

das Dir Sinn gibt.




Wenn für eine lange Zeit alles gut ist, dann werden die Menschen manchmal übermütig.




Ein Kosmos


Spannung, Strom, Widerstand,

Ladung, Polung,

Auffrischung, Erinnerung,

Steuerung, Regelung,

Reihenschaltung, Parallelschaltung,

Verbundenheit, Freiheit, Lösung,

Leere, Umwandlung, Transzendenz,

das könnte vielleicht schon das Ganze sein,

und doch hege ich noch meine Zweifel.

Etwas zu unüberlegt ist das alles noch.




Eines ist mir bereits sicher: Ich möchte meine eigene Antwort auf die eigentlichen Dinge dieses Lebens finden.




Es gibt kein Medikament gegen Schwäche, aber jede Menge Nahrung, welche Dir Deine Kraft zurückzugeben vermag.




... Hauptsache, ich habe Zeit

auch einmal nichts zu tun

und mich um mich selbst

zu kümmern.


... Hauptsache auch, dass ich

damit irgendwann fertig werde

und es lassen kann, wie

es geworden ist.




Mit einem Boot auf dem

See zu treiben,

den Wind zu spüren,

das Plätschern des Wassers zu hören.

Zulassen was wird.

Nichts tun.

Nicht eingreifen.


Lichtspiele auf dem See,

Insekten,

eines piekst Dich -

es ist Dir gleich.

Das nenne ich Stärke:

im Einklang zu sein.




Autor: Mathias Schneider, Offenburg, Deutschland, *1975