Zentralperspektive

Gedanke

Dann, wenn man es versäumt hat, den Dingen ihr wahres Gewicht zuzuordnen, würde man auch nicht um deren Ordnung wissen.

Impuls

Das Augenlicht oder der innere Glanz

Jeder Mensch kann eigentlich sehen. Doch die Dinge erscheinen in ihrem eigenen Licht. Da bedarf es einer Rezeption davon, um etwas erkennen zu können.

Auch Blinde können sehen. Freilich würden diese nichts von der Außenwelt außer einem Schleier oder etwas damit Vergleichbarem sehen. Doch das wahre Sehen ist am Menschen verinnerlicht und tritt dort als Lichtschein auf. Wir bezeichnen ihn als Kognition. Er ist eine Kraft des Menschen.

Es würde nicht wichtig sein, was da ist, solange etwas da ist. Es würde nicht wichtig sein, was man davon erkennt, solange man etwas erkennt. Es würde nicht wichtig sein, was man in sich trägt, solange man etwas in sich trägt.

Impuls

Eine Ordnung im Grauen suchen

Manchem sind die Dinge gleich. Da ist es ihm egal, was gegeben ist und auch was daraus wird. Er entzieht sich einer Bindung und erhält nichts. Ob das aber zu einem guten Leben ausreicht, das soll dahingestellt sein. Hoffentlich ist es so. Wer möchte auch einem anderen ein Verderben seines Glücks gewünscht haben?

Leider ist es so, dass es sehr traurig sein kann, wenn liebe Menschen ihren Platz verlassen und auf Abwege geraten. Das eigene Mitgefühl erbarmt sich dieser Menschen, hat aber keine Macht darüber, was aus ihnen wird.

Andere schauen diesem Treiben zu und sehen darin eine Verfehlung. Doch welcher Mensch macht absichtlich etwas falsch? - Das Unwissen des einen mehrt das Unvermögen das anderen unbedingt. Da kommen viele vom Weg ab, wenn einer gestrauchelt ist. Mancher bleibt sogar liegen. Viele trifft es zu Unrecht.

Idee

Ein Notnagel

Wieder und wieder suche ich nach einer Verwirklichung der eigenen Stabilität. Gründe dafür kann ich manche benennen. Es ist von Bedeutung, dass man etwas wiedergutmachen kann. Es ist sogar so wichtig, dass es in seiner Wertigkeit alle Sühne übertrifft. Wer etwas wiedergutmacht, der macht die Rache obsolet.

Derjenige, der eine Wiedergutmachung ausschließt, hat auch kein Anrecht mehr auf Sühne. Seine Rache wird ein Verbrechen sein, welches eine eigene Schuld aufweist. Man könnte dem anderen das Recht auf Leben nicht verwehren. Was aber das Leben ausmacht, würde nicht beliebig sein.

Da hat der Mensch ein Recht auf Vergeltung. Doch diese findet sich in der Wiedergutmachung und eben gerade nicht in einer Fortsetzung der Verbrechen. Möchte es auch folgerichtig erscheinen, dem anderen eine Strafe zuteilwerden zu lassen, so wird das doch keine Verbesserung für das Opfer bewirken. Die Genugtuung ist eine stolze Fahne der Pracht, von der niemand wirklich etwas hat. Sie ist symbolisch eine Ursache für den Pfahl im Fleisch.

Da wäre es gut, das Opfer damit zu verschonen, einen Weg der eigentlichen Täterschaft zu beschreiten. Dann, wenn es keine Ordnung gibt, helfen auch Anordnungen wenig, um das Chaos auszumerzen. Stattdessen bedarf es der Grenzen, es muss sichergestellt sein, dass sich die Untaten der Verbrecher nicht wiederholen könnten. Allein nur die Begrenzung des Menschen schafft da Ordnung.

Wer die Freiheit des rechtschaffenen Menschen mit Füßen tritt oder mit Steinen bewirft, hat weder ein Recht darauf noch den Grund dazu, um so zu handeln.

Gedanke

Wer Lösungen für andere sucht, der hat selbst keine.

Impuls

Der Stein im Garten

Manch einer behauptet, dass er Recht hat. Das muss wahr sein. So wird es gegeben sein. Doch andere haben auch Recht mit dem, was sie sagen. Das würde sich nichts schenken. Jeder hat das gleiche Recht zu eigen und kann es für sich beanspruchen.

Impuls

Knechtschaft durch Beugung

Der Wille eines anderen Menschen bräuchte nicht Dir zu entsprechen. Was er auch sagt, es wird verhallen. Im Nachgang daran kannst Du es erinnern oder vergessen, ganz wie es Dir passt.

Gedicht

Schlaraffina Daumendick

Die Schlaraffina Daumendick hat alles, nur kein starkes Genick.

So groß, wie sie erscheint, hat sie in sich vieles vereint.

Doch eines besitzt sie im Überfluss. Das ist der Günstlinge lieber Kuss.

Da möchte sie damit umgehen, was auch immer wird geschehen.

Da möchte sie auch dabei bleiben, egal wie die Leute sich in den Augen reiben.

Das Ansehen und die Ansehnlichkeit, das macht einen Unterschied.

Für was auch immer diese Zeit gut ist, es bleibe ihr Gebiet.

Verlieren möchte keiner das, was er so gerne hat.

Es wendet sich einmal das Blatt, dann ist es nur ein Spaß.

Das Schicksal ist es, welches derweil mit aller Kraft am Boden unter den Füßen schafft.

Da hat die Schlaraffina Daumendick dann doch einmal genug.

Dann ist es so, dann wird es wahr, jetzt ist es wieder gut.

Egal ist da, was Laffen meinen, wie sie ihren Scherz verneinen.

Was auch immer da an Gutem ist, es würde den Tristen nicht leicht fallen, das Leben zu fristen.

Sie suchen ihre Nähe und finden sie dabei stur,

dass sie nicht möchte, das ist kein Geflehe, es gehört sich nur.

So hat sie manchen Leuten es vielleicht recht gemacht.

Wer das nicht einsehen möchte, den liebt sie in der Nacht.


Mathias Schneider, Offenburg, den 01.10.2019

Gedicht

Es dreht sich alles um

Dann, wenn die Leute streiten, scheiden sich die Geister.

Der eine geht nach Links, der andere geht nach Rechts,

keiner bleibt vor Ort.

Dann, wenn die Leute sich scheiden, hilft auch kein Kleister.

Dann ist der beste Klebstoff kein Lebensstoff mehr.

Alles vergeht und so fort.

Was danach kommt, das ist nochmals schwerer zu erfahren.

Es geschieht unter jedem guten Dach, man ist wach

und würde doch nicht wissen.

Wer das nicht annehmen würde, der leidet unter seiner Bürde.

Was der nicht erleiden könnte, ist auch unter seiner Würde.

Da geht es ihm beschissen.

Am Ende, hier kürze ich nun etwas ab, geht es nur ums Geld.

Das ist für alle Freundschaft dann das Grab. Es kostet diese Welt.

Da gibt man es auf.

Doch es dreht sich einmal alles um und das würde nicht dumm sein.

Da steht man da, ist stumm, mit nichts und alles wird doch wahr.

Da stört kaum mehr der Schein.

Man hat es zwar immer noch sehr gerne, wenn man geliebt wird.

Jedoch würde das nicht wunderbar sein, wenn das Herz verdirbt.

Die Liebe daran stirbt.

Da tut nicht gut, was man so hat, es ist nicht zu gebrauchen.

Der Mensch fällt auf sich selbst zurück. Alles wird ihn schlauchen.

Das Lebensglück verdirbt.

So hat man es dann eingesehen, dass die eigenen Wege enden.

Das soll jetzt unser Schicksal sehen und die Richtung wenden.

Welches Glück man so erwirkt.

Da hat man es dazu gebracht, es steht uns selbst jetzt zu.

Da wünscht man eine ruhige Nacht und ist sich selbst genug.

Ist das ein Betrug?

Was hat der Mensch, wenn nicht sich selbst, von allem noch zu eigen?

Der eine grübelt, der andere schläft, doch nur das Leben wird es zeigen.

Es ist ein Augenreiben.

Da wird man wach und hat es doch noch immer nicht geschafft.

Das Schicksal ist absonderlich und trotzdem hat man Kraft.

Was hat man da gelacht.

So wenden unsere Schritte nun den Weg, der uns erscheint.

Wir drehen endlich selber um und sind bei uns, mit uns selbst vereint.

Ach ja, die Sonne scheint.

Doch wäre der Tag auch, was er sein wird, er ist nur eine Gabe.

Dieses Lied ist jetzt vorbei, es verbleibt keine weitere Frage.

Was für eine Gnade.


Mathias Schneider, Offenburg, den 01.10.2019